Die Schiel-Operation
Nicht nur ein rein kosmetischer Eingriff
Das Ziel einer jeden Schieloperation ist es, die Stellung des Augapfels so zu verändern, dass keine Doppelbilder mehr entstehen und das kosmetische Problem der verdreht erscheinenden Augen nicht mehr besteht. Das schaffen wir durch Korrekturen an den äußeren Augenmuskeln während der Schieloperation.
Wussten Sie schon?
Eine Schiel-Operation wird bei Kindern meist vor der Einschulung durchgeführt, da schielende Kinder oft sehr darunter leiden in der Schule gehänselt zu werden.
Schieloperation in jedem Alter
Nicht nur bei Kindern kann eine Schiel-Operation sinnvoll sein. Auch bei Erwachsenen führen wir häufig eine operative Korrektur der Schielfehlstellung durch. Hier geht es nicht nur um den kosmetischen Aspekt, sondern auch darum, Doppelbilder zu verhindern. Das schielende Auge wird von Kindern rasch ausgeblendet, so dass sie selten Doppelbilder wahrnehmen. Als Folge entsteht eine Sehschwäche (Amblyopie), die lebenslang bestehen bleibt. Bei Erwachsenen, die mit beiden Augen eine volle Sehschärfe entwickelt haben, führt ein plötzliches Lähmungsschielen beispielsweise zur Wahrnehmung von Doppelbildern. Lassen sich diese durch Prismengläser nicht mehr korrigieren, kann eine Operation die richtige Wahl sein.
Der Ablauf einer Schiel-Operation
Vorbereitung der Schiel-Operation
Vor der Schieloperation am Auge misst der Arzt die Größe des Schielwinkels in verschiedenen Richtungen. Außerdem wird die Beweglichkeit der Augen analysiert sowie die Fähigkeit des beidäugigen Sehens. Ein Prismentest liefert uns Informationen darüber, wie die Augenmuskeln zu stärken bzw. zu schwächen sind.
Wie verhalte ich mich vor der Schieloperation am Auge
Wird die Schieloperation in Vollnarkose durchgeführt, sollte der Patient mindestens sechs Stunden vor der Anästhesie keine Mahlzeiten und keine Flüssigkeiten mehr zu sich nehmen. Des Weiteren sollte der Patient am Tag der Schieloperation nicht mehr rauchen (und wenn möglich) auf Medikamente verzichten. In jedem Fall sollte eine Medikamenteneinnahme am Tag der Schieloperation mit dem Anästhesisten rechtzeitig abgesprochen werden.
Die Operation – Begradigen der Augenmuskeln
Jedes Auge besitzt sechs Muskeln an den Seiten des Augapfels, um es in die verschiedenen Richtungen zu lenken. Bei der Schieloperation am Auge stellen wir durch Versetzen oder Verkürzen bestimmter Muskeln die Augen wieder parallel. Allerdings ist es nicht möglich, die Muskeln unbegrenzt zu versetzen. Deswegen ist es manchmal nötig, mehrere Schieloperationen durchzuführen. Das bedeutet, dass manchmal auch eine Schieloperation am gesunden Auge notwendig ist.
Während der Schieloperation öffnen wir die Bindehaut, um einen Zugang zur Außenseite des Augapfels zu schaffen, wo sich die Augenmuskeln befinden. Dann verkürzen oder verlagern wir Muskeln, je nach Art des Schielens, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Bei manchen Patienten kann es vorkommen, dass die Schieloperation wiederholt werden muss, wenn das Ergebnis unzureichend ist. In der Regel erfolgen Schieloperationen am Auge in Narkose.
Nachsorge
Eine kurze Genesungszeit, aber: nach der Operation von Bekannten abholen lassen
In der Regel führen wir die Schieloperation innerhalb eines kurzen stationären Aufenthalts durch. Meist können wir unsere Patienten bereits am ersten Tag nach der Operation wieder entlassen. Vom Autofahren am Tag nach der Schieloperation ist generell abzuraten. Wir empfehlen unseren Patienten sich abholen zu lassen oder die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Für die Zeit nach der Schieloperation am Auge verschreiben wir Tropfen und Salben, die genau nach Vorschrift anzuwenden sind. Nach der Schieloperation ist das Auge meist leicht gerötet und kann etwas kratzen, was oft von den Bindehaut-Fäden kommt. Der Patient ist mindestens ein bis zwei Wochen nach der Schieloperation krankgeschrieben. Schwere körperliche Anstrengungen oder Sport sollten in der ersten Zeit unterlassen werden. Nach der Erstversorgung bei uns kann der Patient auch gerne zur Weiterbehandlung einen niedergelassenen Augenarzt aufsuchen, wenn dieser für den Patienten leichter zu erreichen ist. Eine angegliederte Sehschule wäre von Vorteil.
Wussten Sie schon?
Von Schwimmbadbesuchen und Saunagängen raten wir Ihnen innerhalb der ersten Wochen nach Ihrer Schieloperation dringend ab!
Therapie des Schielens
Moderne Behandlungsmethoden in unserer Sehschule
In einigen Fällen genügt bereits die Anpassung einer Brille, um ein Schielen zu behandeln - nicht selten ist auch eine Operation notwendig. Ziel des Eingriffs ist es, vorhandene Doppelbilder zu beseitigen und eventuell das beidäugige Sehen zu verbessern oder sogar vollständig wiederherzustellen und eine unauffällige Augenstellung zu erreichen. Damit verringern wir auch die psychosozialen Auswirkungen des Schielens.
Neben der Korrektur der Augenfehlstellung ist es bei Kindern besonders wichtig, die Sehschwäche zu behandeln. Hierzu erfolgen in der Regel eine Brillenanpassung sowie eine Okklusionsbehandlung (Abkleben des besseren Auges).
Unser spezialisiertes Team der Sehschule
Unser Sehschul-Team besteht aus spezialisierten Ärzten, Augenchirurgen und Orthoptisten, die durch langjährige Erfahrung auf dem Gebiet des Schielens und der Sehschwäche die optimale Behandlung für jeden einzelnen Patienten anbieten können.
Brillenanpassung
Bei der Brillenanpassung von Kindern ist es uns besonders wichtig, die Dringlichkeit der Behandlung mit den Eltern zu besprechen, da sie darauf achten müssen, dass die Brille zu Hause auch getragen wird. Wenn Ihr Kind die Brille nicht tragen möchte, kann das verschiedene Gründe haben. In manchen Fällen hilft es, das Brillenmodell anzupassen, wenn das aktuelle Modell unbequem ist und deshalb nicht gerne getragen wird. Wir helfen Ihnen gerne bei Fragen und der Beratung zur richtigen Brille für Ihr Kind weiter.
Okklusionsbehandlung
Zur Behandlung von Sehschwächen (Amblyopie) ist eine frühe und langfristige Therapie entscheidend. Die Behandlungsdauer unterscheidet sich von Fall zu Fall, je nach Alter des Patienten und Schweregrad der Erkrankung. Nach aktueller Studienlage sollte eine anfängliche Therapie mit zwei Stunden täglichem Abkleben des besseren Auges bereits zu einem Erfolg führen. Bei älteren Kindern über 6 Jahren und hochgradigen Sehschwächen ist jedoch oft eine intensivere Therapie nötig. Das wird abhängig von der Sehentwicklung im Laufe der Behandlung auch oftmals angepasst.
Schiel-Operation
Haben Sie sich nach ausführlicher Beratung mit unserer Sehschule zu einer Schiel-Operation entschieden, gibt es viele Dinge, die hierbei zu beachten sind: Eine solche Operation muss gründlich vorbereitet werden. Der genaue Schielwinkel wird vermessen und es wird exakt berechnet, wie die Operation zu erfolgen hat. Fragen sie uns gerne nach näheren Informationen, wir beraten Sie gerne.
Welche Formen des Schielens gibt es?
Es gibt viele verschiedene Formen des Schielens, die unterschiedliche Ursachen haben und entsprechend zu behandeln sind. Unser spezialisiertes Ärzteteam der Sehschule hat alle diagnostischen Möglichkeiten, um die Form des Schielens zu bestimmen und eine individuelle Therapie mit den Patienten zu besprechen.
Wussten Sie schon?
Ohne die richtige und frühzeitige Behandlung entwickeln fast 90% aller schielenden Kinder eine einseitige Sehschwäche (Amblyopie).
Innenschielen
Außenschielen
Höhenschielen
Verrollungsschielen
Manifestes Schielen
Ist eine Schielfehlstellung permanent vorhanden, so handelt es sich um ein manifestes Schielen. Hierzu zählt beispielsweise auch der sogenannte Mikrostrabismus, der meist einseitig vorliegt und ein nach innen gerichtetes Auge aufweist.
Latentes Schielen
Das latente Schielen (Heterophorie) tritt am häufigsten auf und muss meist nicht behandelt werden. Eventuell kommt es bei Überlastung der Augen oder bei Müdigkeit zum Vorschein. In der Regel ist das Gehirn problemlos in der Lage, diese Form des Schielens auszugleichen. Es kommt nur bei etwa 10% der Betroffenen zu Beeinträchtigungen.
Ein latentes Schielen entdecken wir erst mit dem sogenannten Cover-Test. Deckt man ein Auge zu, so muss das andere Auge die Fixation aufnehmen. Das abgedeckte Auge zeigt unter der Abdeckung ein Schielen, das dann sichtbar wird, wenn man die Abdeckung entfernt. Wenn ein latentes Schielen vorliegt, kann man nach Entfernen der Abdeckung beobachten, wie das schielende Auge eine Einstellbewegung macht, um die Fixation aufzunehmen. Liegt während des Abdeckens kein Schielen vor, so lässt sich auch keine Einstellbewegung des abgedeckten Auges beobachten.
Latentes Innenschielen
Alternierender Cover-Test
Was passiert unter der Abdeckung?
Mikrostrabismus
Selbst bei sehr kleinen Schielwinkeln kann das Ausmaß der dadurch entstehenden Sehschwäche (Amblyopie) groß sein. Beim Mikrostrabismus besteht eine kaum merkliche Fehlstellung der Augen, so dass Eltern meist gar nicht sehen, dass ein Schielen bei ihrem Kind vorliegt. Da ein Mikrostrabismus meist erst spät erkannt wird, ist die Sehschwäche des schielenden Auges besonders stark ausgeprägt.
Begleitschielen
Wenn es sich um einen konstanten Schielwinkel handelt, der in allen Blickrichtungen etwa gleich ist, spricht man vom Begleitschielen (Strabismus concomitans). Anders als beim latenten Schielen lässt sich ein Begleitschielen von den Betroffenen nicht einfach ausgleichen. Oftmals besteht zusätzlich eine Fehlsichtigkeit, so dass die Anpassung einer Brille erforderlich wird. Wenn immer dasselbe Auge schielt, entwickelt sich schnell eine Schwachsichtigkeit (Amblyopie) des schielenden Auges, um die störenden Doppelbilder, die durch das Schielen entstehen, auszublenden.
Wussten Sie schon?
Ein Begleitschielen ist häufig mit einer Fehlsichtigkeit verbunden, so dass die betroffenen Kinder eine Brille tragen müssen.
Lähmungsschielen
Beim Lähmungsschielen (Strabismus incomitans) kommt es beispielsweise durch Verletzung eines Nerven oder im Rahmen von Alterungsprozessen zum Ausfall eines oder mehrerer Augenmuskeln. Die Schielfehlstellung tritt dann auf, wenn das Auge in die Richtung blicken muss, die der Wirkungsrichtung des betroffenen Muskels entspricht. Der Schielwinkel ist also von der Blickrichtung abhängig. Anders als beim Begleitschielen merken die Betroffenen meist, dass plötzliche Doppelbilder auftreten, die abhängig von der Blickrichtung stärker oder weniger stark ausgebildet sind. Manche Patienten nehmen eine sogenannte Kopfzwangshaltung ein, um diese zu vermeiden und Einfachsehen zu erlangen.
Wussten Sie schon?
Die Anpassung von Prismengläsern hilft vielen Patienten mit Lähmungsschielen, in gewissen Bereichen wieder Einfachsehen zu erlangen.





