Diabetische Netzhautschäden rechtzeitig erkennen und behandeln
Unter einer diabetischen Retinopathie verstehen wir Veränderungen an der Netzhaut, die sich infolge einer Zuckerkrankheit (Diabetes) entwickelt haben. Bei einem lange bestehenden oder schlecht eingestellten Diabetes kommt es zu Gefäßveränderungen und Durchblutungsstörungen der Netzhaut. Es treten kleine Blutungen, Eiweißablagerungen und eine Wasseransammlung (Makulaödem) in der Netzhaut auf. Schreitet die Erkrankung fort, kann es zur Bildung von neuen Blutgefäßen („Proliferative diabetische Retinopathie“), massiven Blutungen sowie irreversiblen Schäden an der Netzhaut (bis zur Erblindung) kommen.

Wichtig!
Für Patienten mit Diabetes ist eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle besonders wichtig, da nur so die ersten Anzeichen der Erkrankung erkannt und ein Fortschreiten verhindert werden kann. Bei Verschlechterung wird Ihr niedergelassener Augenarzt Sie in unsere Netzhautsprechstunde zur genauen Diagnostik und Behandlung schicken.

 
Diabetisches Makulaödem
Schweres diabetisches Makulaödem

Leichte (links) und schwere (rechts) Diabetische Makulopathie mit Netzhaut-Blutungen und Ablagerungen (Exsudate) unter der Stelle des schärfsten Sehens

Welche Veränderungen bewirkt der Diabetes?
Die Zuckererkrankung schädigt im Laufe der Zeit die Blutgefäße der Netzhaut. Besonders gefährdet sind Patienten mit schlechter Blutzuckereinstellung. Einige Gefäße werden enger, andere erweitern sich und es entstehen gewebeartige Gebilde, die den Blutstrom stören. Die erkrankten Gefäße sind undicht und bluten leichter, was zu Schwellungen der Netzhaut und zu Ablagerungen führt. Hierdurch kann die Sehkraft in unterschiedlicher Weise beeinträchtigt werden.

Nicht-proliferative diabetische RetinopathieNicht-proliferative diabetische Retinopathie
Unsere Patienten bemerken häufig erst spät eine Beeinträchtigung Ihrer Sehkraft. Deshalb sind regelmäßige Vorsorge-Untersuchungen bei Ihrem Augenarzt sehr wichtig. Bei milden Formen erkennen wir bei der Untersuchung des Augenhintergrundes Aussackungen (Mikroaneurysmen) der feinen Haargefäße (Kapillaren). Bei mäßigen Formen sind neben den Mikroaneurysmen einzelne Einblutungen erkennbar, die Venen nehmen oft eine perlschnurartige Form an. Bei schweren Formen werden diese Veränderungen ausgeprägter. Hier lassen sich zahlreiche Einblutungen und Ablagerungen in die Netzhaut nachweisen. Oft ist eine mäßige oder eine schwere Form schon mit einer Sehverschlechterung verbunden. In den meisten Fällen ist eine Laserbehandlung sinnvoll.
Abbildung: Nicht-proliferative Diabetische Retinopathie mit Kaliberschwankungen der Gefäße (links) und Mikrovaskulären Anomalien (rechts)

 

Proliferative RetinopathieProliferative Retinopathie
Die proliferative Retinopathie entwickelt sich, wenn aufgrund der Gefäßschäden die Minderdurchblutung der Netzhaut weiter zunimmt. Als Folge bilden sich neue, minderwertige Gefäße. Auf diese Weise versucht der Körper, die Durchblutung der Netzhaut zu verbessern – allerdings erfolglos. Zum einen haben die neu gebildeten Gefäße eine schwache Wand. Durch Blutdruckspitzen können die Gefäße bluten oder sich im Laufe der Zeit narbig verändern und zu einer Netzhautablösung führen, was in seltenen Fällen dazu führt, dass ein Patient erblindet. In den meisten Fällen ist eine Operation nötig.
Abbildung: Proliferative Diabetische Retinopathie mit Bildungen von neuen Blutgefäßen (links) und Narbensträngen am Sehnerven (rechts)

 

Diabetische MakulopathieWas ist eine Diabetische Makulopathie?
Hauptursache einer Sehminderung bei Diabetes ist aber nicht die Retinopathie, sondern eine Schwellung in der Netzhautmitte (Makula). Durch chronische Wassereinlagerung kommt es zu einem sogenannten Makulaödem. Nimmt dieses zu, so verschlechtert sich die Sehkraft. Nimmt es ab, so bessert sich das Sehvermögen. In den meisten Fällen können wir die Sehkraft mit einer Laserbehandlung oder einer Medikamenteneingabe in den Glaskörperraum deutlich verbessern.
Abbildung: Diabetisches Makulaödem mit 3 Arten (fokal, diffus und ischämisch). Die Unterscheidung ist prognostisch wichtig und entscheidet über die Art der Behandlung

 

Die Behandlungsmöglichkeiten

Laserkoagulation bei PDRBehandlung mit Laser
Durch eine Laserbehandlung veröden wir die schlecht durchbluteten Regionen der Netzhaut. Damit drängen wir die neu gebildeten Gefäße zurück und verringern die Ablagerungen. Leckagen aus den Gefäßen lassen sich so reduzieren. Die Laserbehandlung ist unter Umständen mehrmals erforderlich. Bei ausgeprägten Befunden oder schlechten Sichtverhältnissen kann eine Kältebehandlung „von außen“ erforderlich werden.

 

Medikamenteninjektion in den GlaskörperBehandlung mit Medikamenteneingabe in den Glaskörper (IVOM)
Die Neubildung von Gefäßen oder eine Flüssigkeitsansammlung an der Stelle des schärfsten Sehens (Diabetisches Makulaödem) lassen sich häufig durch eine Medikamenten-Einspritzung in das Auge gut behandeln. Damit gelingt es uns, ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und die Sehkraft zu verbessern. Das Einbringen des jeweiligen Medikaments in das Auge erfolgt nach schmerzfreier Betäubung mit speziellen Augentropfen unter sterilen Bedingungen mit einer feinen Injektionskanüle. Der eigentliche operative Vorgang ist risikoarm und nahezu schmerzfrei. Allerdings ist die Diabetes- Erkrankung chronisch. Deshalb sind in der Regel wiederholte Behandlungen über mindestens ein bis zwei Jahre erforderlich.

 

VitrektomieBehandlung mit einer Operation (Vitrektomie)
Bei proliferativen Erkrankungen ist eine konventionelle Behandlung nicht ausreichend. Mit einer Glaskörperentfernung und Lösen der Spannung entlasten wir die Netzhaut. Wichtig ist die anschließende Laserbehandlung, um die Blutversorgung der wichtigen zentralen Netzhautanteile zu sichern. Der Zugang erfolgt mit Mikro-Trokaren, über die wir feine Instrumente (0.6 mm) in das Auge einführen. Am Ende dichten wir die Netzhaut mit einer vorübergehenden Tamponade ab.

 

Wie sind die Erfolgsaussichten?
Die Zuckererkrankung ist eine chronische Erkrankung des gesamten Körpers, die häufig auch die Augen betrifft. Die Netzhautveränderungen bei diabetischer Retinopathie sind ebenfalls chronisch und nehmen einen sehr unterschiedlichen Verlauf. In einigen Fällen kann sich die Erkrankung trotz der modernen Behandlungsmethoden weiter entwickeln. Durch eine frühzeitige Behandlung lässt sich in einer Vielzahl der Fälle mögliche Komplikationen (z. B. Glaskörperblutungen, Grüner Star, Netzhautablösung) verhindern und ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung vermeiden.

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