9 Jahre Entwicklung der schonenden Teiltransplantation der Hornhaut (DMEK)
Die DMEK hat die Transplantationschirurgie innerhalb von wenigen Jahren revolutioniert. Inzwischen können die meisten Patienten mit Hornhauttrübung von diesem schonenden Verfahren profitieren. Entscheidend für den Erfolg war die konsequente Weiterentwicklung der Operationstechnik in den letzten Jahren, die die DMEK zu einer standardisierten Routine-Operation wandelten. Unser Transplantationszentrum unterhält eine Forschergruppe mit eigenem Reinraum-Labor und beschäftigt sich intensiv mit der wissenschaftlichen Weiterentwicklung dieses noch jungen Verfahrens. Hier die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

Wussten Sie schon?
… dass die Augenklinik Sulzbach im Bereich der DMEK zu den führenden Behandlungs- und Forschungszentren Europas zählt? Mit Intensivkursen und Live-Chirurgie geben wir dieses Wissen weiter. Vor Ort erlernen Augenärzte aus der ganzen Welt das berührungsfreie Sulzbacher DMEK-Verfahren, eine besonders schonende Weiterentwicklung der DMEK.
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DMEK-Intensivkurs5 Sulzbacher Meilensteine bei der DMEK
Zunächst gelang 2009 bei einem hornhautblinden Patienten die weltweit erstmalige Teil-Transplantation vom Partnerauge (erste autologe DMEK). Mit der Entwicklung des weltweit ersten patentierten DMEK-Mikroinjektors zusammen mit der Firma Geuder hat unsere Klinik 2011 die Weiterentwicklung der DMEK Teil-Transplantation entscheidend geprägt. Die Sulzbacher DMEK-Mikrokartusche erlaubte erstmals die berührungsfreie Implantation von Teiltransplantaten und ist immer noch das weltweit am häufigsten verwendete DMEK-Mikroinjektorsystem. Weitere Entwicklungen umfassen eine neue, besonders schonende und sichere Präparationstechnik (Liquid Bubble), die Eröffnung einer spezialisierten Reinraum-Gewebebank für lamelläre Teiltransplantate und die weltweit erstmalige Bereitstellung einer Preloaded DMEK in einer ready-to-use Transport-Glaskartusche.

Die 5 wichtigsten Meilensteine der Sulzbacher Forschung im Überblick

2009: Weltweit erste autologe DMEK
In unserer Augenklinik Sulzbach ist es uns zum ersten Mal gelungen, einen hornhautblinden Patienten mit der Teiltransplantation von eigenem Gewebe aus dem Partnerauge zu behandeln.

Autologe DMEK

Autologe DMEK (Teilverpflanzung vom anderen Auge des gleichen Menschen) bei einem fast vollständig erblindeten Patienten. Ein Auge war bereits vollständig blind, hatte aber noch intakte Pumpzellen. Diese wurden entnommen und am anderen Auge eingesetzt. Dieses verbesserte sich innerhalb von 24h, die Sehkraft ließ sich fast vollständig wieder herstellen.
Yoeruek E, Szurman P. Autologous Descemet membrane endothelial keratoplasty. Cornea 2012; 31: 208-210

 

DMEK-Mikroinjektor2011 – Erstes DMEK-Mikroinjektorsystem
Eine der wichtigsten Errungenschaften, um der DMEK den weltweiten Durchbruch zu ermöglichen, war die Entwicklung unseres DMEK-Mikroinjektorsystems im Jahr 2011 (patent pending, Augenklinik Sulzbach). Mit diesem berührungsfreien Glaskartuschen-System kann eine Teil-Transplantation rasch, einfach und schonend durchgeführt werden. Damit steht uns heute eine Technik bereit, bei der zu keinem Zeitpunkt der Operation die wertvollen Pumpzellen der Hornhaut berührt oder manipuliert werden.
Die Vorteile für unsere Patienten in der Übersicht:

  • Berührungsfreies Beladen des Mikroinjektorsystems
  • Keine Manipulation am Transplantat nötig
  • Reibungsarmes Gleiten in der Glaskartusche
  • Implantation durch einen 2,4 mm nahtfreien Tunnelschnitt
  • Visuelle Kontrolle der korrekten Ausrichtung der Hornhautlamelle während des gesamten Implantationsprozesses
  • Operationszeit verkürzt sich auf wenige Minuten
  • Besonders schonend, auch in moderner Tropfenbetäubung möglich
  • Live-Chirurgie: DMEK-Mikroinjektorsystem: LINK
 

Liquid Bubble-Technik2014 – Sichere Präparation mit der neuen „Liquid Bubble“-Technik
Das Präparieren der Spenderhornhaut-Lamelle ist der größte Unsicherheitsfaktor bei der DMEK. Einrisse und mechanische Belastung beim Präparieren können die hochempfindlichen Pumpzellen schädigen und zu einem Versagen des Transplantats führen. In diesem Fall bringt die DMEK keinen Heilerfolg und muss wiederholt werden.
Deshalb haben wir die „Liquid Bubble“-Technik entwickelt. Hierbei lösen wird die Lamelle mithilfe einer Flüssigkeitsblase schonend ab. Die wertvollen Pumpzellen werden mit dieser Methode keinem mechanischen Stress unterzogen und können unter natürlichen Bedingungen transplantiert werden. Auch beim vorübergehenden Einfärben des Präparats (um es genau zu positionieren) bleibt die Seite mit dem empfindlichen Endothel unbehelligt. Mit der Liquid Bubble-Technik ist die Herstellung der Teil-Transplantate somit wesentlich schonender und sicherer. Die Präparation gelingt zudem auch noch deutlich schneller.
Die Vorteile für unsere Patienten in der Übersicht:

  • Sichere Präparation der wertvollen Spenderhornhaut ohne Einrisse
  • Kein Kontakt mit Instrumenten
  • Selektive Anfärbung nur der stromalen Seite (also nicht die Innenseite mit den Pumpzellen)
  • Endothelzellen ohne Kontakt zum Farbstoff
  • Minimierung des mechanischen Stress
  • Live-Chirurgie: Liquid Bubble: LINK
 

Literatur: Szurman P, Januschowski K, Rickmann A, Damm LJ, Boden KT, Opitz N. Novel liquid bubble dissection technique for DMEK lenticule preparation. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 2016 May 21. [Epub ahead of print]

Reinraum-Gewebebank2015 – Eigene Reinraum-Gewebebank für Teiltransplantate
Teiltransplantate benötigen gegenüber klassischen Volltransplantaten eine besonders hohe Herstellungsqualität. Deshalb haben wir 2015 die Knappschafts-Gewebebank Sulzbach eröffnet, eine der modernsten Reinraum-Anlagen in Europa zur Herstellung von Augenhornhaut-Gewebe. Unsere hochmoderne Hornhautbank ist darauf spezialisiert, moderne lamelläre Transplantate der Hornhaut bereitzustellen (Teiltransplantate mit dünner Pumpzellschicht). Diese gewinnen wir mit einer in Sulzbach entwickelten besonders schonenden Zellpräparationstechnik.
In unserer Gewebebank unterliegt der gesamte Herstellungsprozess einem strengen, zertifizierten Qualitätssicherungssystem. Als offizieller Partner der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) bereiten wir die Hornhaut-Lamellen unter höchsten Qualitätsstandards vor und stellen diese externen Augenkliniken und Operateuren bereit.
Die Vorteile im Überblick:

  • Offizieller Partner der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG)
  • Spezialisierte Gewebebank zur Bereitstellung von bereits vorpräparierten lamellären Transplantaten
  • Herstellung im Reinraum der höchsten Hygieneklasse
  • Strenges zertifiziertes Qualitätssicherungssystem (Aufsicht Landesgesundheitsministerium)
  • Externe Augenkliniken und Operateure in ganz Deutschland profitieren von der Herstellungsqualität
 

Preloaded DMEKDemnächst – Weltweit erste OP-fertige Hornhautlamellen (Preloaded DMEK)
Als weltweit erste Hornhautbank wird unsere Knappschafts-Gewebebank Sulzbach hochwertige, speziell präparierte Hornhautlamellen gebrauchsfertig in einem vorgeladenen Mikroinjektorsystem anbieten. „Preloaded DMEK“ nennt sich das Ganze. Herzstück ist ein zusammen mit der Firma Geuder entwickeltes Glaskartuschen-Transportsystem, in dem wir die schonend aufbereiteten Hornhautlamellen fix und fertig vorbereitet für die OP an andere Kliniken und Operateure versenden. Die Lamelle liegt bereits gebrauchsfertig im Implantationssystem, der Operateur kann Sie direkt aus dem Transport-Mikroinjektorsystem berührungsfrei in das Auge implantieren. Dieses Verfahren wird es mehr Augenärzten als bisher ermöglichen, schonende Teil-Transplantationen der Hornhaut durchzuführen.
Die Vorteile im Überblick:

  • Vorgeladenes DMEK-Teiltransplantat in gebrauchsfertigem Glaskartuschen-Transportsystem
  • Implantation ohne weitere Vorbereitung des Transplantats
  • Berührungsfreie Implantation direkt aus dem Transport-Mikroinjektorsystem
  • Nachfärben (zum besseren Erkennen der Lamelle) innerhalb der Mikroinjektors möglich
  • Einsetzen ins Auge des Empfängers durch einen nur 2,4 mm kleinen Schnitt
  • Betäubung mit Augentropfen genügt
  • Keine Naht notwendig
  • Live-Chirurgie: Preloaded DMEK: LINK

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Leiter Transplantationszentrum

Chefarzt Prof. Dr. Peter Szurman

Prof. Dr. med. Peter Szurman
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neu-Stammzelltherapie der Hornhaut

Schwerste Hornhauterkrankungen behandeln wir in vielen Fällen schonend mit einer neuen Stammzell-Transplantation. Dieses Verfahren setzen wir bei Verätzungen, Verbrennungen und Entzündungen ein.

 

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Stammzelltherapie der Hornhaut

neu-NEU: Femto-Bowman Transplantation

Bei Keratokonus können wir mit der neuen Bowman-Transplantation häufig eine Volltransplantation vermeiden. Wir führen die revolutionäre Behandlung erstmals mit dem Laser durch.

 

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Femto-Bowman Transplantation

neu-Forschung: Am Puls der Zeit

Wir haben mehrere Forschergruppen im eigenen Reinraum-Labor, ein klinisches Studienzentrum sowie Entwicklungspartnerschaften mit renommierten Medizintechnik-Firmen und dem Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT.

 

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Forschung und Lehre

neu-Schonende Excimerlaser-Transplantation

Wir haben als erste Klinik bereits 2011 die „perforierende Keratoplastik“ mit der neuen PALK Excimerlaser-Technologie durchgeführt. Damit erreichen wir eine schnellere Heilung und bessere Sehkraft.

 

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Excimerlaser-Transplantation

neu-Knappschafts-Gewebebank Sulzbach

Unsere Hornhautbank ist spezialisiert auf die Herstellung moderner Teil-Transplantate (DMEK) mit höchster Reinraum-Qualität. Lesen Sie mehr zur weltweit ersten Preloaded DMEK.

 

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Knappschafts-Gewebebank Sulzbach

KTQ Zertifikat

Wussten Sie schon?

Unser hohes Maß an Qualität wurde uns als erster Klinik im Saarland offiziell zertifiziert. Das KTQ-Siegel steht für Patientenorientierung, geprüfte Qualität und Sicherheit.