Stammzelltherapie der Hornhaut
Eine Schädigung des Hornhautrandbereiches kann zu schwersten Hornhauttrübungen führen, da hier die Stammzellen der Hornhaut sitzen. In diesem Fall kann auch eine klassische Hornhauttransplantation nicht helfen. Denn ohne die sogenannten Limbusstammzellen würde auch die neue Hornhaut zugrunde gehen. Die Lösung: Eine Stammzellen-Transplantation vom gesunden Auge.

Wussten Sie schon?
Schwerste Hornhauterkrankungen, z.B. nach Verbrennung oder Laugen-Verätzung können wir in vielen Fällen schonend mit einer neuen Stammzell-Transplantation behandeln. Diese Technik wird nur an wenigen Zentren in Europa angewandt.

 
 

Verätzung und VerbrennungDie Rolle der Limbus-Stammzellen
Den Übergangsbereich zwischen der Hornhaut und der Lederhaut des Auges nennt man Limbus corneae. Der ringförmige Gewebestreifen enthält Stammzellen. Limbusstammzellen dienen als eine Art Zellreservoir für Regenerations- und Reparaturprozesse des Hornhautepithels. Die Stammzellen können zu Epithelzellen heranreifen. So regeneriert sich das Epithel von außen nach innen.

Stammzell-Insuffizienz

Rechts: Schnittbild durch den Limbus mit rot gefärbten natürlichen Stammzellen. Gehen diese zugrunde, verliert die Hornhaut ihre oberflächliche Epithel-Zellschicht (links) und trübt ein.

 

StammzellinsuffizienzWas bei zerstörtem Limbus passiert
Werden die Stammzellen des Limbus zerstört, geht die Oberfläche der Hornhaut zugrunde, was bis zur Erblindung führen kann. Es genügt schon eine teilweise Zerstörung des Ringes, zum Beispiel durch eine Verätzung. Dann breitet sich der Untergang des Epithels von dieser Lücke aus und führt zumindest zu einer teilweisen Eintrübung der Hornhaut.

 

Stammzellinsuffizienz - Vier operative ProblemeWarum das ein kritischer Sonderfall ist
Im Gegensatz zu anderen Ursachen von Hornhauttrübung ist bei zerstörten Limbusstammzellen eine Hornhauttransplantation nicht ausreichend. Das Transplantat würde zugrunde gehen, da der Limbus nicht mittransplantiert wird. Transplantiert wird nur eine klare Scheibe aus der Mitte der Hornhaut. Diese enthält aber keine Limbusstammzellen. Im Bild unten zeigen sich die 4 Hauptgründe, warum eine normale Hornhaut-Transplantation ohne gleichzeitige Stammzell-Transplantation nicht sinnvoll ist.

Autologe Stammzelltherapie: Neue Hilfe durch eigene Stammzellen
Mit einer Stammzelltransplantation können wir in diesen schweren Fällen helfen. Ist nur ein Auge betroffen, dient das andere Auge als Quelle des Spendergewebes. Es genügt ein Quadratmillimeter Gewebe. Die Entnahme schadet dem Auge nicht. Diese autologen (eigenen) Limbusstammzellen werden in unserer neuen Knappschafts-Gewebebank Sulzbach unter strengen Reinraumbedingungen vermehrt und dann ins kranke Auge eingesetzt, wo sie anwachsen und für die Regeneration des Epithels sorgen.

Autologe Stammzell-TransplantationAutologe Stammzell-Transplantation bei einem jungen Mann nach einer schweren Laugen-Verätzung (links oben). Nach Entnahme einer sehr kleinen kreisrunden (1mm) Limbus-Stanze vom gesunden anderen Auge (rechts oben) werden daraus in unserer Reinraum-Gewebebank die Stammzellen isoliert und kultiviert, anschließend mit einer dünnen Trägermembran auf das kranke Auge aufgebracht (links unten). Nach 6 Wochen ist die Hornhaut wieder klar, es ist keine Hornhaut-Transplantation mehr nötig.

 

Wussten Sie schon?
Bitte beachten Sie: Bei der Therapie mit Limbusstammzellen handelt es sich um die unbedenkliche Nutzung von körpereigenem Gewebe des Patienten. Nicht zu verwechseln mit der ethisch umstrittenen Forschung an embryonalen Stammzellen.

 
Limbusstammzellkultur

Stammzellkultur in unserer Reinraum-Gewebebank in Vorbereitung zur Transplantation: Die Stammzellen vermehren sich (links) und zeigen bis zum Schluss nachweislich Stammzelleigenschaften (Mitte), aber dennoch auch eine eindeutige Ausreifung zu Hornhaut-Zellen (rechts).

 

Europäische Limbusstammzell-Gewebebank
Wir arbeiten in der Stammzellforschung mit dem Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT in Sulzbach zusammen. Als Forschungspartner sind wir in einem Europäischen Konsortium mit weiteren internationalen Stammzellforschern an einem vielversprechenden Forschungsprojekt beteiligt: Es betrifft eine besondere Form von Stammzellen, die nicht aus dem gesunden Auge, sondern aus normalem Haut-Gewebe des Patienten gewonnen werden können (induzierte pluripotente Stammzellen). Es wird nur ein kleines Stück Haut entnommen. Die normalen, körpereigenen Hautzellen „programmieren“ wir in mehreren Schritten um, bis aus der Hautzelle eine Stammzelle der Hornhaut geworden ist. Ziel ist die Etablierung einer Europäischen Stammzellbank in Sulzbach, die für bedürftige Patienten die richtigen Stammzellen bereitstellt. Noch ist diese Therapie nicht einsatzfähig, aber wir versprechen uns davon bahnbrechende Möglichkeiten für die Therapie schwerer Hornhauterkrankungen.

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Unser hohes Maß an Qualität wurde uns als erster Klinik im Saarland offiziell zertifiziert. Das KTQ-Siegel steht für Patientenorientierung, geprüfte Qualität und Sicherheit.