Neben der kosmetischen Behandlung sind krampflösende Mittel auch bei verschiedenen Augenerkrankungen einsetzbar. Der häufigste medizinische Grund für den Einsatz von krampflösenden Medikamenten ist bei uns der Lidkrampf (Blepharospasmus), aber auch andere Dystonien (spastische Muskelzuckungen) und die endokrine Orbitopathie.

Wussten Sie schon?
Augenärzte waren die ersten Mediziner, die den therapeutischen Wert der Injektion krampflösender Mittel erkannten. In den 70er Jahren behandelten sie erstmals Schielen und Augenzittern (Nystagmus) damit, seit den 80er Jahren vor allem den Lidkrampf (Blepharospasmus)

 

Blepharospasmus Was ist ein Blepharospasmus (Lidkrampf)?
Beim Blepharospasmus ruft eine Verkrampfung der Ringmuskeln an den Augen ein nicht kontrollierbares Augenzwinkern hervor. Anfangs ist dieses Zwinkern kaum vom normalen Lidschluss zu unterscheiden. Schreitet die Krankheit fort, kann sie zu einer andauernden Verkrampfung des Lides führen, die mit einer Sehbehinderung und einer deutlichen Entstellung des Gesichts einhergeht.
Besonders häufig sind Frauen im mittleren Alter von dieser Krankheit betroffen. Sie beginnt oft einseitig mit häufigem Lidschlag und einem Fremdkörpergefühl im Auge. Emotionale Belastung, grelles Licht und Stress können die Symptome verstärken.

Behandlung des Blepharospasmus mittels Injektion eines krampflösenden Medikaments
Seit den 80er Jahren hat sich die Behandlung des Blepharospasmus mit der Injektion eines krampflösenden Medikaments bewährt. Nach der Injektion des Wirkstoffs ist der betroffene Muskel gelähmt, so dass das Augenzwinkern nachlässt. Mehr als 90% der betroffenen Patienten profitieren von dieser Therapie, die heute als erste Wahl gilt. Unsere Erfahrung seit fast 30 Jahren hat gezeigt, dass selbst die wiederholte Injektion relativ hoher Dosen keine langfristigen Nebenwirkungen hervorruft.

Morbus Basedow Behandlung der endokrinen Orbitopathie (Morbus Basedow)
Ein typisches Zeichen der endokrinen Orbitopathie ist die Lidretraktion (stark zurück gezogenes Oberlid, Foto links). Durch die vergrößerte Augenoberfläche treten oft Beschwerden in Form eines trockenen Auges auf. Zudem wirkt der Blick sehr unnatürlich. Durch eine minimal-invasive Injektion von krampflösenden Mitteln können wir die Oberlidstellung verbessern.

Welche Risiken und Nebenwirkungen hat die Behandlung?
Zu Nebenwirkungen und Risiken werden wir Sie vor der Behandlung ausführlich informieren. Krampflösende Medikamente dürfen nicht im Bereich von Hauterkrankungen oder Entzündungen eingesetzt werden; auch bei einer bekannten Unverträglichkeit, bei Nerven- und Muskelerkrankungen, bei Schwangerschaft sowie während der Einnahme bestimmter Antibiotika oder Muskelrelaxantien, ist es tabu. Insgesamt sind die Nebenwirkungen nach einer kosmetischen oder medizinischen Behandlung im Augenbereich gering. Der beste Garant für eine komplikationslose Behandlung ist die Erfahrung Ihres behandelnden Arztes.

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Sektionsleiterin Lid- und Orbitachirurgie

PD Dr. med. Gesine Szurman

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Wussten Sie schon?

Unser hohes Maß an Qualität wurde uns als erster Klinik im Saarland offiziell zertifiziert. Das KTQ-Siegel steht für Patientenorientierung, geprüfte Qualität und Sicherheit.