Retina-Implantate: Lichtblick für Blinde
Blinde sehend zu machen ist wohl der größte Traum eines Augenarztes. Mit hochmodernen Retina-Implantaten, auch Netzhaut-Chips genannt, kommt die moderne Medizin diesem Traum jetzt ein Stück näher. Nach jahrzehntelanger Forschungsarbeit sind solche Implantate bereits weltweit im Einsatz. Auch an unserer Augenklinik. Als Implantationszentrum „Südwest“ bieten wir unseren Patienten als eines von wenigen Zentren das Einsetzen eines Retina-Implantats „Argus II“, um blinden Menschen zu einem orientierenden Sehen zu verhelfen. Die Möglichkeiten sind zwar begrenzt, für blinde Menschen bedeutet dieses künstliche Sehen jedoch erstmals wieder einen Seheindruck, der im Alltag helfen kann.

Wussten Sie schon?
Von den weltweit ca. 200 eingesetzten Retina-Implantaten wurden allein 11 elektronische Sehprothesen durch unsere Operateure eingesetzt.

 
Querschnitt Auge

Querschnitt durch das Auge mit Darstellung der Netzhaut und der zentralen Makula, der Stelle des schärfsten Sehens

 

Unsere Forschung zu Retina-Implantaten
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Die Netzhaut – ein Hochleistungsorgan
Unser Auge ist so aufgebaut, dass wir ein Leben lang gut sehen können. Im hinteren Teil des Auges befindet sich die Netzhaut (Retina) mit den lichtempfindlichen Sehzellen (Photorezeptoren). Sie werden bei Lichteinfall angeregt und geben dann Signale über den Sehnerv weiter an das Gehirn. Eine gesunde Netzhaut ist für unser Sehen entscheidend – ein Leben lang.

Was ist eine elektronische Sehprothese (Netzhaut-Chip)?
Sie sind die neueste Errungenschaft der Neuroprothetik: Netzhaut-Implantate, eine Art eingebaute Sehprothese für Blinde. Sind die lichtempfindlichen Sehzellen (Photorezeptoren) in der Netzhaut dauerhaft geschädigt, droht eine Erblindung. Es hilft eine elektronische Sehprothese, die Sehzellen in der Netzhaut (Retina) mit elektrischen Impulsen statt mit Licht stimuliert und so auch bei vollständig erblindeten Menschen einen Seheindruck erzeugen kann. Die Möglichkeiten der Hightech-Sehhilfen sind zwar noch begrenzt, aber durchaus bedeutsam. Sie bringen ihren Trägern ein wichtiges Stück Selbstständigkeit und Lebensqualität zurück. Schon in wenigen Jahren sind weitere Fortschritte zu erwarten. Der Netzhaut-Chip ist also im wahrsten Sinne des Wortes ein großer Lichtblick für blinde Menschen.

Für wen ist der Netzhaut-Chip gedacht?
Die heute existierenden Retina-Implantate wurden für Menschen entwickelt, die aufgrund der Netzhauterkrankung „Retinitis pigmentosa“ auf beiden Augen vollständig erblindet sind. Aber auch bei anderen, meist erblichen Netzhauterkrankungen mit Untergang der Lichtrezeption, können die Systeme eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass Betroffene früher richtig sehen konnten.
Die häufige altersabhängige Makuladegeneration (AMD) gilt bisher allerdings nicht als Indikation für eine Implantation. AMD-Patienten sehen meist im äußeren Bereich noch passabel und können sich daher im Raum gut orientieren. Es hapert vor allem bei Scharfsehen. Zurzeit reicht die Auflösung der Implantationssysteme aber nicht, um diesen Kranken zu helfen – noch nicht!

Wem kann das System helfen?
In Europa und den USA ist Argus II zugelassen für die Behandlung folgender Erkrankungen:

  • Retinitis pigmentosa
  • Usher-Syndrom
  • Chorioideremie
  • Leber‘sche kongenitale Amaurose
  • Bardet-Biedl-Syndrom
  • Zapfen-Stäbchen-Dystrophie
 

Wann kommt ein Netzhaut-Chip in Frage?
Argus II ist zur Verwendung für folgende Personen zugelassen:

  • Erwachsene im Alter von mindestens 25 Jahren
  • Personen mit einer schwerwiegenden bis hochgradigen Degeneration der äußeren Retina
  • Blinde Menschen oder solche mit nicht-funktionaler Restlichtwahrnehmung
  • Nachgewiesenes Ansprechen der Retina auf elektrische Stimulation
  • Personen mit nutzbarer formerkennender Sehfähigkeit vor Beginn der Degeneration
 

Unter Umständen gelten noch weitere Ausschlusskriterien. Wir beraten Sie in unserer Low Vision Sprechstunde.

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