Welche Vorteile habe ich am Implantationszentrum der Augenklinik Sulzbach?
Wir besitzen ein besonderes Know-how in Sachen Netzhaut-Chip: Wir haben Erfahrung mit beiden Implantat-Systemen und konnten insgesamt 11 Retinaprothesen-Gesamtsysteme erfolgreich einbauen. Seit über zwanzig Jahren forscht unser Team bereits im Bereich Netzhautimplantate und hält 2 Patente sowie zahlreiche, hochrangige wissenschaftliche Publikationen. 2007 gehörten wir zum Operationsteam, das einem Blinden die erste funktionierende Netzhautprothese der Welt einpflanzte.

Mit welchem System bestehen die meisten Erfahrungen?
Die erste klinische Phase-I-Studie mit einer Retinaprothese gab es 2002 mit dem ARGUS Implantat bei sechs Patienten. ARGUS erlangte daraufhin als erste Sehprothese die europäische Zulassung. Weltweit tragen in 2018 schon über 200 Menschen einen Netzhaut-Chip im Auge, davon 60 in Europa, wovon wir 11 Implantate an unserer Augenklinik in Sulzbach eingebaut haben.

Über welche Erfahrung verfügt die Augenklinik Sulzbach?
Unsere Operateure verfügen über die Erfahrung von inzwischen 11 erfolgreichen Retinaprothesen-Implantationen, davon sieben mit dem Alpha AMS und vier mit dem Argus II. Wir sind das offizielles Implantationszentrum „Südwest“. Unsere Patienten erhalten zusätzlich ein umfassendes Rehabilitationsprogramm, mit dem wir die Effektivität der Netzhautprothese erhöhen.

Wer übernimmt die Kosten?
Die Implantation einer Netzhautprothese ist teuer. Wir haben als offizielles Implantationszentrum mit den Krankenkassen eine volle Kostenübernahme verhandelt. Die Kosten werden deshalb sowohl für die Operation als auch das einjährige Rehabilitationsprogramm von den Krankenkassen übernommen.

Was leistet ein Implantat?
Die Forschung ist noch nicht so weit, dass Patienten mit der elektronischen Hilfe richtig sehen, lesen oder fernsehen können. Aktuell bemüht man sich darum, die Auflösungen zu verbessern. Wichtigster aktiver Bestandteil des etwa 20 mm langen Alpha AMS Implantats ist das 3 x 3 mm2 kleine Mikro-Photodioden-Array. Es besteht aus 1600 winzigen Photodioden, die jeweils ein Pixelfeld bilden. Zu jedem Pixel gehören noch ein Differenzverstärker, eine Anpassungsschaltung sowie die Elektrode, die die Verbindung zu den Nervenzellen in der Netzhaut herstellt. Die einzelnen Photodioden sind rund 70 µm voneinander entfernt. Natürlich kann man nicht die 100 Millionen Photorezeptoren des menschlichen Auges ersetzen – aber die Implantat-Technologie steht ja auch erst am Anfang. Das größte Problem ist momentan das Gesichtsfeld. Bislang sieht der Kranke nur in einem 20-Grad-Winkel, er muss demnach seine Umgebung mit Kopfbewegungen abscannen. Bewegungsabläufe sind hingegen recht gut wahrnehmbar.

Welche Risiken sind mit einer Operation verbunden?
Wie bei jedem operativen Eingriff bestehen auch in diesem Fall Risiken. Grundsätzlich hat sich die Operationstechnik deutlich verbessert. Eine Alpha AMS Implantation dauert nur noch ca. 4 Stunden und hat ein verträgliches Komplikationsspektrum. Wir besprechen im Rahmen der Screening-Untersuchungen in unserer Sprechstunde für Elektronische Sehprothesen (Low Vision Sprechstunde) alle Vor- und Nachteile ausführlich.

Werden beide Augen behandelt?
Derzeit werden die Kosten nur für ein Auge übernommen. Da wir pro Patient nur ein Implantat verwenden, vernimmt nur ein Auge Seheindrücke.

Kann der Patient nach der Implantation sofort wieder sehen?
Es dauert einige Zeit, bis der Patient lernt, seine visuellen Eindrücke richtig zu interpretieren. Da beim Argus-System eine fest installierte Minikamera in der Spezialbrille die Umgebung filmt, bewirken Augenbewegungen keine Veränderung des Blickwinkels. Vielmehr muss der Patient den Kopf bewegen, um die Umwelt zu scannen. Gegenstände und andere Menschen können insbesondere dann wahrgenommen werden, wenn sie sich bewegen oder wenn sich der Patient selbst bewegt.

Wie geht es nach der Operation weiter?
Nach der Implantation kommen unsere Patienten im Laufe der nächsten Monate noch mehrere Male zur Nachsorge in die Klinik, um ihr System individuell einstellen zu lassen und sich unter Anleitung im Umgang damit zu üben. Nach erfolgter Anpassung und Anleitung beginnen unsere Patienten zuhause mit der Verwendung des Geräts. Ab diesem Zeitpunkt beginnt das Rehabilitationsprogramm unter Anleitung eines Low-Vision Spezialisten. In diesen Sitzungen lernen unsere Patienten Ihr neues Sehvermögen im Alltag zu interpretieren und zu nutzen.

Wie sehen unsere Patienten mit dem Implantat?
Trotz der eingeschränkten Möglichkeiten bedeutet der Chip für die Patienten einen großen Fortschritt. Zwischen völlig dunkel und einem Prozent Sehschärfe liegen Welten. Rausgehen, sich mit Freunden treffen, selbstständiger leben – dieser Zuwachs an Lebensqualität lässt sich nicht in Prozent Sehschärfe erfassen.
Unsere fortgeschrittenen Netzhaut-Chip-Nutzer können beispielsweise Türen erkennen oder sogar Gegenstände wie eine Wasserflasche auf dem Tisch wahrnehmen. Das verbessert ihre Selbstständigkeit und Mobilität erheblich.

Ist das „künstliche“ Sehen anders als natürliches Sehen?
Der Sinneseindruck, den ein Blinder mit dem Argus-System hat, ist nicht mit normalem Sehen zu vergleichen. Die Sehschärfe ist sehr gering, das Gesichtsfeld begrenzt und es werden keine Farben wahrgenommen, sondern nur Hell-Dunkel-Kontraste.

Hilft ein Netzhaut-Chip auch bei Makuladegeneration?
Die häufige altersabhängige Makuladegeneration (AMD) gilt bisher leider nicht als Indikation für eine Implantation. AMD-Patienten sehen meist im äußeren Bereich noch passabel und können sich daher im Raum gut orientieren. Es hapert vor allem beim Scharfsehen. Zurzeit reicht die Auflösung der Implantationssysteme aber nicht, um diesen Kranken zu helfen – noch nicht!

Wem kann das System helfen?
Gegenwärtig sind die Implantate zugelassen für:

  • Retinitis pigmentosa
  • Usher-Syndrom
  • Chorioideremie
  • Leber‘sche kongenitale Amaurose
  • Bardet-Biedl-Syndrom
  • Zapfen-Stäbchen-Dystrophie
 

Wo finde ich Selbsthilfegruppen?

  • Pro Retina www.pro-retina.de
    (Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Netzhautdegenerationen)
  • Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. www.dbsv.org
    (Dachverband der Selbsthilfevereine des Blinden- und Sehbehindertenwesens)
  • Blinden- und Sehbehindertenverein für das Saarland e.V. www.bsvsaar.org
    (Saarländischer Blinden- und Sehbehindertenverein)
 

Kontakt

Callcenter:
06897 / 574-1121

Notfallambulanz (Pforte, außerhalb der Callcenter-Sprechzeiten):
06897 / 574-0

Privatambulanz (Chefarzt-Sekretariat):
06897 / 574-1119

Adresse:
Augenklinik Sulzbach, An der Klinik 10
66280 Sulzbach

Anfahrt

Online-Terminvergabe Patienten

Kontakt

Leiter Netzhaut-Chip

Chefarzt Prof. Dr. Peter Szurman

 

Prof. Dr. med. Peter Szurman
Chefarzt der Augenklinik
E-Mail
Kurzlebenslauf
Kontakt

 

neu-Schwerpunkt Netzhautzentrum

Als größtes Zentrum für Netzhaut-/Glaskörper-Operationen in Deutschland (>1.700 Vitrektomien) bieten wir Ihnen das gesamte Spektrum der Netzhautchirurgie an – inkl. 24h OP-Bereitschaft.

 

Erfahren Sie mehr

Netzhaut-Zentrum

neu-Komfortstation mit Hotelfeeling

Für einen besonders angenehmen Aufenthalt während des stationären Aufenthalts empfehlen wir Ihnen unsere Komfortstation: Patientenzimmer und Service mit Hotelcharakter.

 

Erfahren Sie mehr

Komfortstation 1

KTQ Zertifikat

Wussten Sie schon?

Unser hohes Maß an Qualität wurde uns als erster Klinik im Saarland offiziell zertifiziert. Das KTQ-Siegel steht für Patientenorientierung, geprüfte Qualität und Sicherheit.